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100 Jahre Klasse Bühnenbild an der Kunstakademie Düsseldorf 1926-2026
nächste Ausstellung in der Akademie-Galerie
17.4. bis 14.6.2026
Eröffnung 13.4.2026
Die unter dem Direktorat Walter Kaesbachs im Jahr 1926 gegründete ‘Klasse für Bühnenkunst’ an der Kunstakademie Düsseldorf wurde der erste Bühnenkunst-Lehrgang einer deutschen Hochschule, an den eine Professur gekoppelt war. Die Absicht Kaesbachs, Bühnen- und Kostümbild in den künstlerischen Diskurs zu rücken, war Ausdruck eines Reformbestrebens am Ende der Weimarer Zeit, das in den Bildenden Künsten und auf den Theaterbühnen der Weimarer Republik gleichermaßen lebendig war. Die Klasse wurde ab 1926 von Walter von Wecus geleitet, der mit seiner raumzentrierten modularen Bühnenarchitektur die Ausrichtung des Studiums bestimmte. Auf Walter von Wecus folgten Teo Otto und nach einer kurzen Interimsphase, in der die Klasse vom ehemaligen Assistenten Teo Ottos, Wolf Seesselberg, geleitet wurde, Karl Kneidl und Johannes Schütz.
Die politischen und kulturellen Umbrüche nach Ende des 1. Weltkriegs werden Ausgangspunkt sein, um Veränderungen im Bühnen- und Kostümbild zu diskutieren und Parallelen zu heute zu ziehen. Walter von Wecus war auch nach 1933 als Bühnenbildner, Architekt und Maler erfolgreich und war bis 1958 durchgehend Professor an der Akademie. In seiner Biografie lässt sich mitverfolgen, wie sich die Rolle von Bühnenbild während der Weimarer Republik, während der NS-Zeit und in der Nachkriegszeit gewandelt hat. In den Publikationen der Kunstakademie zu Walter von Wecus ist sein Engagement für das nationalsozialistische Regime bisher nicht untersucht worden. Das werden die Ausstellung und eine geplante Publikation nachholen. Auch in den Biografien von Teo Otto, Karl Kneidl und Johannes Schütz lassen sich die Auswirkung von politischen Ereignissen und kulturellen Umschwüngen auf die künstlerische Arbeit und auf die Lehrpraxis nachverfolgen. Alle drei Bühnenbildner waren viele Jahre an bedeutenden Theaterinszenierungen im deutschsprachigen Raum beteiligt und trugen zur gesellschaftlichen Relevanz des Regietheaters der Nachkriegszeit bei.
Die Ausstellung soll beispielhaft aus der Perspektive der jeweiligen Studierenden die Epochen der Bühnenbild-Professuren beschreiben, charakterisieren und in den jeweiligen Kontext der Zeit einordnen und beleuchten. Die an der Recherche beteiligten Studierenden sind auf der Suche nach ehemaligen Studierenden, die nach 1933 die Kunstakademie verlassen mussten, wie zum Beispiel Hanna Jordan. Sie suchen außerdem nach Frauen, die in der Bühnenbildklasse studiert haben, unabhängig davon, ob sie nach Abschluss des Studiums als Bühnen- und Kostümbildnerin tätig waren. Des Weiteren nimmt die Ausstellung die ehemaligen Assistent:innen der Professoren in den Blick, wie zum Beispiel Thomas Richter-Forgách, Heinz Balthes, Wolf Seesselberg und Ruth Groß.
Die Klasse Bühnenbild hat immer mit Studierenden anderer Klassen und mit Theatern und Kunstinstitutionen in Düsseldorf und NRW kooperiert. Eine gemeinsame Veranstaltungsreihe am Haus der Universität, dem Theatermuseum Düsseldorf und dem FFT Düsseldorf und an der Kunstakademie soll diesen Austausch fördern. Die Klasse Bühnenbild kooperiert mit dem Theatermuseum Düsseldorf für deren Jahresausstellung zur Bühnenkunst der 1920er Jahre, sowie mit der Theaterwissenschaftlichen Sammlung Köln.
Die Ausstellung wird großzügig unterstützt vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Kunstakademie Düsseldorf. Der als Recherchebericht geplante Katalog folgt im Anschluss und wird u.a. von der Konrad-Krieger-Stiftung gefördert.
Parallel eröffnet am 13.4.2026 um 20 Uhr im Theatermuseum Düsseldorf die Ausstellung “Bühnenkunst in den 1920er Jahren“.
Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Klasse Bühnenbild (externer Link)