Provinzial Kunst-Stipendium 2026

Hochschulnachricht

26. Februar 2026

Zum achten Mal vergab die Provinzial Versicherung in Düsseldorf ihr mit 12.000 Euro dotiertes Kunst-Stipendium an Absolvierende des Abschlussjahrgangs 2025.
Ausgezeichnet wurde in diesem Jahr Katharina Keller (*1990) aus der Klasse von Dominique Gonzalez-Foerster/ Ari Benjamin Meyers.

Eine Fachjury bestehend aus Gereon Krebber (Künstler und Prof. / Kunstakademie Düsseldorf), Dr. Stefanie Kreuzer (Direktorin / Kunstmuseum Mülheim a. d. Ruhr), Dr. Astrid Legge (Kuratorin / Provinzial Versicherung AG), Dr. Susanne Meyer-Büser (Kuratorin / Kunstsammlung NRW) und Dr. Thekla Zell (Kuratorin / Museum Morsbroich) ermittelte die beiden Stipendiatinnen.
Zusätzlich zum Stipendium erhält die Preisträgerin ein kostenfreies Jahresabo für die Nutzung von ARTBUTLER NEXT.

Begründung der Jury

Die Jury zeichnet einstimmig die Künstlerin Katharina Keller für ihr vielschichtiges und formal präzises Werk mit dem Provinzial Kunst-Stipendium 2026 aus.

Katharina Keller (*1990 in Omsk) verbindet in ihren Werken biografische Spurensuche mit der Analyse struktureller und gesellschaftlicher Perspektiven von Macht und Ordnung. In ihren Arbeiten, die Installation, Skulptur, Video- und Textilarbeiten verbinden, verhandelt sie aus einer gegenwärtigen Perspektive Fragen nach Identität, Herkunft, Lebensräumen und den gesellschaftlichen Umgang mit Geschichte. Das künstlerische Material, die zitierten architektonischen Formen und ihre Präsentation im Raum werden so als Träger politischer Systeme lesbar. Historische und politische Strukturen werden in ihren Arbeiten nicht illustriert, sondern für die Betrachter*innen räumlich und materiell erfahrbar gemacht. Sie verdichtet individuelle Erinnerung mit kollektiver Geschichte und verweist zugleich auf kulturelle Narrative, die Identität und gesellschaftliches Verorten im Heute thematisieren.

Katharina Keller überzeugte die Jury durch eine formal wie inhaltlich konzeptuelle Klarheit. Es gelingt ihr, individuelle Erfahrungen und Erinnerungsstücke in einen größeren gesellschaftlichen Kontext zu überführen und durch eine präzise und zugleich sensible Formsprache vertraute Denkmuster kritisch zu hinterfragen. Persönliche Geschichte wird in ihren medienübergreifenden Arbeiten in größere politische, architektonische und ökologische Zusammenhänge eingebettet und so zu einer Metapher für die Bedingungen des menschlichen Daseins.