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Stellungnahme: Veranstaltung mit Basma al-Sharif
Hochschulnachricht
29. Januar 2026
Am 21. Januar 2026 fand an der Kunstakademie Düsseldorf im Rahmen der von Studierenden kuratierten Vortragsreihe SPARTA eine Veranstaltung mit der Künstlerin Basma al-Sharif statt.
Aufgrund massiver Bedrohungen gegenüber den Veranstaltenden und der Künstlerin wurde die Veranstaltung hochschulintern durchgeführt. Entsprechende Sicherheits- und Ordnungsmaßnahmen setzte die Kunstakademie erfolgreich um.
In dem so geschaffenen, geschützten Diskursraum konnte die Veranstaltung konzentriert und sicher stattfinden. Konkret wurden zwei kurze Filme von Basma al-Sharif gezeigt, woran sich ein Künstlerinnengespräch anschloss, gefolgt von einer offenen Fragerunde mit den Studierenden. Die Beiträge, Fragen und Antworten waren allesamt sachlich und bewegten sich konsequent im künstlerischen und werkbezogenen Kontext.
Mit der Durchführung der Veranstaltung wurde die Kunstakademie Düsseldorf als öffentliche Bildungseinrichtung ihrem Auftrag gerecht, die Voraussetzung für offene, verantwortungsvolle Debatten zu schaffen.
Besonders in Zeiten zugespitzter und polarisierender Beiträge in sozialen Medien erhalten solche hochschulischen Diskursräume besonderen Wert, denn sie unterscheiden sich grundlegend von digitalen Erregungsöffentlichkeiten: sie ermöglichen Kontextualisierung, Widerspruch, Einordnung und kritische Reflexion. Wenn Hochschulen diese Räume nicht mehr eröffnen können, stellt sich grundlegend die Frage nach ihrem Auftrag.
Mit Verwunderung haben wir die teilweise radikale und aggressive Sprache zur Kenntnis genommen, mit der die Kunstakademie im Hinblick auf die Veranstaltung kritisiert wurde.
Daher betonen wir erneut, was für uns selbstverständlich ist: Für Antisemitismus gibt es an der Kunstakademie Düsseldorf keinen Platz. Wir verurteilen unmissverständlich jede Form von Antisemitismus, Ausländerfeindlichkeit, Rassismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Die Kunstakademie Düsseldorf ist ein Ort des Dialogs und des komplexen Denkens.
Dazu gehört auch, dass die Akademie unabhängig von aktuellen Anlässen seit geraumer Zeit intensiv an der kritischen Aufarbeitung ihrer NS-Vergangenheit arbeitet. Diese Auseinandersetzung versteht die Kunstakademie Düsseldorf als fortlaufenden institutionellen Lernprozess, den sie mit großer Verantwortung betreibt.
Der Akademische Senat der Kunstakademie Düsseldorf unterstützt mehrheitlich die Entscheidung, dem Vortrag von Basma al-Sharif am 21.01.2026 im Rahmen des SPARTA Programms Raum zu geben, und weist diesbezügliche Angriffe auf das Rektorat sowie Rücktrittsforderungen entschieden zurück.
Ebenso haben die Studierendenvertreter:innen dem Rektorat das Vertrauen ausgesprochen und einen eigenen offenen Brief dazu verfasst.
Kunstakademie Düsseldorf