Trialog-Projekt

29.05.2026, 

12:30 bis 14:15 Uhr in der Aula

15:00 bis 18:00 Uhr im SPARTA

Wir müssen sprechen. Das Thema Israel-Palästina betrifft nicht nur eine ferne Region der Welt. Es wirkt unmittelbar in unsere Gegenwart hinein – in öffentliche Debatten, in soziale Medien, in politische Haltungen, in persönliche Betroffenheiten und damit auch in den Hochschul- und Kunstkontext. Spätestens seit dem Terroranschlag vom 7. Oktober 2023 und den darauffolgenden Krieg in Gaza ist deutlich geworden, wie stark Fragen nach Trauer, Verantwortung, Erinnerung, Solidarität und Menschenrechten auch an unserer Akademie verhandelt werden. Doch wie kann darüber gesprochen werden, wenn Positionen sich verhärten, Verletzungen präsent sind und die Sprache selbst umkämpft ist? Was bedeutet es für Studierende und Lehrende, wenn der Konflikt in Seminaren, Ateliers, Ausstellungen und Gesprächen spürbar wird? Und welche Verantwortung haben Kunst und Hochschule?

Mit dem Trialog-Projekt bringen die 2025 mit dem Menschenrechtspreis der Tonhalle ausgezeichneten Initiator:innen Jouanna Hassoun und Shai Hoffmann ein multiperspektivisches Gesprächsformat an unsere Akademie. Es schafft einen Raum, in dem Begegnung vor Debatte steht, Zuhören vor Positionierung und der gemeinsame Prozess wichtiger ist als vorschnelle Lösungen. Im Zentrum steht die Frage, wie im Kontext von Hochschule und Kunst offen, differenziert und jenseits von Polarisierung über Israel und Palästina gesprochen werden kann. Drei Trialog-Pat:innen – mit palästinensischer sowie jüdisch-israelischer Perspektive – laden dazu ein, zuzuhören, eigene Wahrnehmungen zu reflektieren, Fragen zu stellen und Differenz auszuhalten, ohne sie vorschnell aufzulösen.

Im anschließenden Workshop werden konkrete Fragen aus dem Alltag von Studium, Lehre und künstlerischer Praxis vertieft: Was geschieht derzeit in der Region – und warum lässt uns das nicht unberührt? Wie werden globale Konflikte im institutionellen und künstlerischen Raum sichtbar? Wie können wir sprechen, wenn Worte verletzen, Bilder vereinnahmt werden und Unsicherheiten bleiben? Wie lässt sich zwischen Person, Position, Werk und Wirkung unterscheiden? Kann/Darf/Muss man das überhaupt? Und wie können wir mit Ambiguitäten, Widersprüchen und unterschiedlichen Betroffenheiten umgehen, ohne vorschnell zu vereindeutigen? Im Fokus stehen Ambiguitätstoleranz, Multiperspektivität und diskriminierungssensible Perspektiven in Kunst und Hochschule. Antisemitismus und antipalästinensischer Rassismus werden dabei nicht gegeneinander ausgespielt, sondern zusammengedacht und kritisch reflektiert.

Zum Trialog (Aula) sind alle Interessierten eingeladen. Der Workshop im Sparta richtet sich nur an Studierende und Mitarbeitende. Da die Plätze für beide Veranstaltungsteile begrenzt sind – insbesondere für den Workshop – bitten wir um Anmeldung bis zum 20.05.2026. Die Platzvergabe erfolgt in der Reihenfolge der eingehenden Anmeldungen.

Anmeldungen bitte an:

Programm:

12:30-14:15 Uhr Trialog mit Shai Hoffmann und Ahmad Dakhnous // Aula

14:15-15:00 Uhr Pause

15:00-18:00 Uhr Workshop mit Christoph Dinkelaker und Ahmad Dakhnous // Sparta

Verantwortung und Organisation: Canan Tercan & Asta, Kunstakademie Düsseldorf

gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung