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Nachruf Professor Klaus Rinke
Hochschulnachricht
22. Januar 2026
Die Kunstakademie Düsseldorf trauert um Professor Klaus Rinke.
Er ist 1939 in Wattenscheid geboren, wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf und kam zur Kunst, indem er 1957 in der Eröffnungsausstellung der Galerie Schmela in der Hunsrücker Straße in Düsseldorf die Monochrome von Yves Klein erblickte, und empört war, dass jemand das als Kunst präsentiere, dann aber eine Faszination empfand und sich in der Ausstellung entschied, selbst Künstler zu werden.
Ab den 1960er Jahren avancierte er nach seinem Malereistudium an der Folkwangschule in Essen zu einem Hauptvertreter der Konzeptkunst in Deutschland, wobei er Immaterialität und Schwere, Skulptur, Fotografie und Performance – langjährig in Kooperation mit Monika Baumgärtel – in einer Werkform verband, die wie kaum eine andere Raum, Zeit und die Stellung des Individuums in der Welt thematisiert.
Er debütierte mit einer Einzelausstellung bei Konrad Fischer 1969, war Teilnehmer der legendären documenta 5 von Harald Szeemann sowie der documenta 6 1977.
Von 1974 bis 2004 war er Professor für Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf. Aus seiner Klasse gingen namhafte Absolvent:innen hervor, darunter der langjährige Tutor Reinhard Mucha, Asta Gröting u.a.. „Die Rinke-Klasse“ war eine Referenz ebenso wie Becher, Richter, Schwegler. Es ging unkonventionell zu.
Seit 2007 teilte Klaus Rinke seinen Aufenthalt halbjährig zwischen einem Trakt des Barockschlosses Neuhaus an der Donau (mit Halle und Lager in einer ehemaligen Flugzeugfabrik) und Los Angeles, dem Wohnort seiner amerikanischen Familie.
2019 richtete das Museum Küppersmühle in Duisburg eine umfassende Ausstellung des neueren, oft monumentalen zeichnerischen Werks aus. Der Ausstellungstitel „Die Vierte Kraft“ war Rinkes Lebensmotto.
Er war eine Inkarnation von Energie, Schaffenswillen und Humor, und erzählte gerne, dass er 1984 zusammen mit Joseph Beuys für das Rektorat der Kunstakademie kandidierte und Beuys, als sie nur wenige zustimmende Stimmen erhielten, zu ihm freundschaftlich sagte, den gemeinsam geteilten Kunstbegriff zusammenfassend: „Aber wir haben zusammen gedacht!“
Klaus Rinke starb am 20. Januar 2026 nach schwerer Krankheit in Österreich.
Die Kunstakademie Düsseldorf wird ihn immer im Gedenken bewahren.
Text: Robert Fleck