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Jun.-Prof. Dr. Marcus Quent
Philosophie
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Wissenschaftlicher Werdegang
Seit April 2026
Mitglied der Jungen Akademie der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz
Seit Oktober 2024
Junior-Professor für Philosophie an der Kunstakademie Düsseldorf
2020-2024
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kunstwissenschaft und Ästhetik der Universität der Künste Berlin
2020
Promotion zum Doktor der Philosophie an der Universität der Künste Berlin
2008-2015
Studium der Philosophie (M.A. 2014) und Theaterwissenschaft (M.A. 2015) an der Universität Leipzig
Forschungsaufenthalte im Ausland
2022
2018
Fellowships und Stipendien
2022
2020
Fellow am Kolleg Friedrich Nietzsche der Klassik Stiftung Weimar
Promotionsstipendium der Hans-Böckler-Stiftung
Arbeitsschwerpunkte
Ästhetik und Kunstphilosophie
Kulturphilosophie
Zeit- und Geschichtsphilosophie
Weltverhältnis, Ökologie und Apokalypse
Kritische Theorie
Französische Gegenwartsphilosophie
Veröffentlichungen: Monografien
Gegenwartskunst: Konstruktionen der Zeit, Zürich: Diaphanes 2021.
Kon-Formismen: Die Neuordnung der Differenzen, Leipzig: Merve 2018.
Veröffentlichungen: Herausgeberschaften
Philosophie und Gegenwartskunst: Skizzen einer veränderten Konstellation, Bielefeld: Transcript 2026 (gem. mit Ludger Schwarte).
Scaled (in)finitude: Problems of the Ecological Turn // Échelles d‘(in)finitude: Les problèmes du tournant écologique, zweisprachiger Zeitschriftenschwerpunkt in
Les temps qui restent, No. 5, April-Juni 2025, S. 1-134 (gem. mit Pierre Schwarzer)
Die Apokalypse enttäuscht: Atomtod Klimakatastrophe Kommunismus, Zürich: Diaphanes 2023 (gem. mit Alexander García Düttmann).
Absolute Gegenwart, Berlin: Merve 2016.
Das Versprechen der Kunst: Aktuelle Zugänge zu Adornos ästhetischer Theorie, Wien: Turia + Kant 2014 (gem. mit Eckardt Lindner).
Veröffentlichungen: Artikel (Auswahl)
„Am Scheitelpunkt von Globalem und Planetarischem? Weltgeschichte, Erdgeschichte und die Krise der Zeitgenossenschaft“, in: Repair – Prepare: Künstlerische Operationalität von Zeitlichkeit, hrsg. v. Sophia-Charlotte Reiser, Tuğçe Kaprol Üler und Mats Werchohlad, Heidelberg: Metzler 2026 [im Erscheinen].
„Für und gegen Ästhetik: Zur Transformation des Weltverhältnisses zwischen Kunst und Philosophie“, in: Philosophie und Gegenwartskunst: Skizzen einer veränderten Konstellation, hrsg. v. Marcus Quent und Ludger Schwarte, Bielefeld: Transcript 2026 [im Erscheinen].
„Beyond all Scale: (Self-)Extinction and the Realization of Reason”, in: Les temps qui restent, No. 5 (April-Juni 2025), S. 116-126 [https://lestempsquirestent.org/en/numeros/numero-5/beyond-all-scale]
Französische Übersetzung: „Au-delà de toute échelle: auto-extinction et réalisation de la raison“, in: Les temps qui restent, No. 5 (April-Juni 2025), S. 109-119, übersetzt von Pierre Schwarzer und Clotilde Nouët [DOI: 10.3917/tqr.005.0109]
„Schreiben, eine Sache des Werdens: Gegenwart/Literatur mit Gilles Deleuze“, in: Diverse ‘Gegenwarten’: Konzepte, Theorien, Perspektiven, hrsg. v. Johannes F. Lehmann und Kerstin Stüssel, Hannover: Wehrhahn Verlag 2025, S. 95-110.
„Kein Ende der Geschichte: Notizen zur Zwischenzeit“ (gem. mit Ulrike Haß), in: Lettre International, Nr. 146 (Herbst 2024), S. 7-14.
„Interval and Event: The Present as In-Between Time in Alain Badiou and Gilles Deleuze”, in: Filozofski Vestnik, Vol. 45, No. 1 (2024), S. 243-267 [DOI: 10.3986/fv.45.1.10].
„Critique without End(s): Crossroads in Critical Thinking”, in: Philosophy Today, Vol. 68, No. 3 (Spring 2024), S. 229-243 [DOI: 10.5840/philtoday202443522].
„Catastrophe and Totality: The Idea of Humanity in the Face of Nuclear Threat and Climate Catastrophe”, in: The Idea of the Good in Kant and Hegel, hrsg. v. Goran Vranešević, Ljubljana: University of Ljubljana Press 2024, S. 191-207.
„Die Apokalypse als Vereinigung der Menschheit: Zur Zeitlichkeit von atomarer Drohung und Klimakatastrophe“, in: Die Apokalypse enttäuscht. Atomtod Klimakatastrophe Kommunismus, hrsg. v. Alexander García Düttmann und Marcus Quent, Zürich: Diaphanes 2023, S. 83-116.
„Apokalyptiker und Integrierte: Gegenwart der Digitalität“, in: Soziale Medien. Schreibweisen nach der Digitalisierung, hrsg. v. Elias Kreuzmair, Magdalena Pflock und Eckhard Schumacher, Bielefeld: Transcript 2022, S. 49-65.
„Amoral der Form: Zur Moral der zeitgenössischen Kunst“, in: Zeitschrift für Ästhetik und Allgemeine Kunstwissenschaft, hrsg. v. Josef Früchtl und Philipp Theisohn, Jg. 67, Heft 1, Hamburg: Meiner 2022, S. 53-64.
„Elan und Resignation: Zum Bündnis von Philosophie und Jugend“, in: Lettre International, Nr. 135 (Winter 2021), S. 13-15.
„Was ist ein Lob?“, Vorwort zu Alexander García Düttmann, Lob der Jugend, Zürich: Diaphanes 2021, S. 7-18.
„Wirkliche Jugend: Vom geheimen Band zwischen Liebe und Kritik“, in: Lettre International, Nr. 127 (Winter 2019), S. 7-8.
„Das Delirium der Kritik (Adorno)“, in: Zeitschrift für Ideengeschichte, Heft 1/2019, S. 33-42.
„Verrinnen der Zeit und Glaube an die Welt“ (dt.) / „Elapsing Time and Belief in the World“ (eng.), in: Diaphanes Magazin, No. 3, Zürich: Diaphanes 12/2017, S. 102-107.
„Ohne Halt: Kritisches Denken“ (dt.) / „No Respite. Critical Thought“ (eng.), in: Diaphanes Magazin, No. 1, Zürich: Diaphanes 4/2017, S. 9-12.
„Horizont und Bild: Notiz zum Konflikt der Zeitgenossenschaft“, in: Gegenwartsbewältigung, hrsg. v. Elisa Schiller und Mona Hermann, Hamburg: Materialverlag HFBK, 2016, S. 117-119.
„Britta Wirthmüllers Dekonstruktion revolutionärer Gesten – Jean Weidt“, in: Episteme des Theaters. Aktuelle Kontexte von Wissenschaft, Kunst und Öffentlichkeit, hrsg. v. Milena Cairo, Moritz Hannemann, Ulrike Haß und Judith Schäfer, Bielefeld: Transcript, 2016, S. 431-445.
„Absolute Gegenwart: Die Vereinheitlichung der Zeit“, in: Absolute Gegenwart, hrsg. v. Marcus Quent, Berlin: Merve 2016, S. 16-27.
„Die Stadt als Sammlung von Gespenstern: Ghost Tracks – Karl-Heine-Straße“, in: Verortungen / Entortungen. Urbane Klangräume, hrsg. v. Melanie Albrecht und Michael Wehren, Berlin: Neofelis 2015, S. 93-105.
„Thinking, Mimesis, Pre-Imitation: Notes on Art, Philosophy, and Theatre in Adorno’s Aesthetic Theory“, in: Adorno and Performance, hrsg. v. Will Daddario und Karoline Gritzner, London: Palgrave Macmillan 2014, S. 130-142.
„Die Praxis des Erinnerns. plan b: Monday Walks“, in: Reenacting History: Theater & Geschichte, hrsg. v. Micha Braun, Günther Heeg, Lars Krüger und Helmut Schäfer, Berlin: Theater der Zeit 2014, S. 116-125.
„Bewegliches Denken – Kunst, Philosophie, Gesellschaft“, in: Das Versprechen der Kunst. Aktuelle Zugänge zu Adornos ästhetischer Theorie, hrsg. v. Marcus Quent und Eckardt Lindner, Wien: Turia + Kant 2014, S. 21-40.
„Fatzer (nicht) spielen: Andeutungen zu Brecht“, in: Kommando Johann Fatzer. Mülheimer Fatzerbücher 1, hrsg. v. Alexander Karschnia und Michael Wehren, Berlin: Neofelis 2012, S. 188-191.
„Keine Werke mehr: Jean-Luc Nancys Begriff der entwerkten Gemeinschaft“, in: Anwesenheitsnotiz, Nr. 1 (Nov. 2010), S. 55-71.
Aktuelle Lehrveranstaltungen
Beginn 20.10.2026
Dienstag 16.00 – 17.30 Uhr
Rh 405
Nach dem Ende: Kunst, Geschichte, Mensch(heit)
Was bedeutet es, wenn Zeitgenoss*innen immer wieder vom Ende sprechen – als würde ihre eigene Gegenwart erst durch verschiedene Varianten des Endes Gestalt annehmen? Seit dem 19. Jahrhundert werden das „Ende der Kunst“, das „Ende der Geschichte“ und das „Ende des Menschen“ in unterschiedlichen philosophischen Diskursen beschworen und befragt. Sie scheinen zunächst verschiedenen Problemfeldern anzugehören. Das Ende der Kunst bezeichnet die Auflösung des Bandes zwischen dem Sinnlichen und der Idee sowie das Abstreifen der damit verbundenen Funktionen. Das Ende der Geschichte meint sowohl die Erschöpfung geschichtsphilosophischer Vorstellungen von Fortschritt und zielgerichteter Verwirklichung der Idee als auch deren Erfüllung, wie sie Fukuyamas These einer liberalen Vollendung der Geschichte behauptet. Das Ende des Menschen schließlich bezeichnet die Krise des modernen Subjekts und die Befragung des Humanismus und seiner Idee vom Menschen, bis hin zu den post- und transhumanistischen Visionen der Gegenwart.
Das Seminar versucht, diese drei Enden – die auf ihre Weise zugleich Öffnungen sind – als Bedingungen zu untersuchen, unter denen unsere Gegenwart steht. Ausgangspunkt ist dabei die ambivalente Erfahrung, „nach dem Ende“ zu sein: Enden werden fortwährend diagnostiziert oder antizipiert, ohne dass wirklich etwas zum Abschluss kommt oder etwas Neues zu beginnen scheint. Das Ende selbst wird zur gedehnten Seinsweise der Gegenwart. Was bedeutet dann die wiederholte Rede vom Ende? Und was hieße es überhaupt, ein Ende als Ende zu denken? Zuletzt bleibt zu fragen, was sich verändert, wenn die drei klassischen ideellen oder begrifflichen Enden heute auf Projektionen drohender Enden der Menschheit treffen, auf Katastrophen, die nicht mehr nur vergangene Zäsuren markieren, sondern als bevorstehende imaginiert werden – ohne jegliche Öffnung?
Bestandteil des Seminars sind zwei Vorträge eingeladener Gäste. Termine bitte vormerken: Montag, 23.11.2026 sowie Donnerstag, 17.12.2026, jeweils von 19.00 – 21.00 Uhr. Weitere Informationen folgen.
Wenn Sie an diesem Seminar teilnehmen möchten, melden Sie sich bitte bis zum 08.10.2026 verbindlich per E-Mail an bei .
Voraussetzungen sind regelmäßige und aktive Teilnahme sowie vorbereitende Textlektüre.
Beginn 20.10.2026
Dienstag 18.00 – 19.30 Uhr
Rh 405
Faschismus und die Krise der Moderne – Weltverlust, Kapitalismus, Technik
Kaum ein politischer Begriff der Gegenwart ist zugleich so präsent und so umstritten wie der des Faschismus. Heute wird darunter eine Reihe miteinander verbundener politischer, sozialer, medialer und technologischer Phänomene diskutiert. Dabei wird zugleich die Frage der analytischen Schärfe und Plausibilität des Begriffs mitverhandelt. Geschichte wiederholt sich und tut es doch nie. Hilft der Begriff, über die Beschreibung historischer Formationen hinaus, gefährliche Tendenzen der Gegenwart erkennbar zu machen und ihnen entgegenzuwirken? Wiegt dies seine Ausweitung auf?
Eine wirksame Kritik des Faschismus kann sich nicht damit begnügen, sich ihm bloß gegenüberzustellen. Sie muss die Bedingungen verstehen, unter denen seine Politiken, Techniken und Affekte überhaupt entstehen, und welche Tiefenstrukturen dazu beitragen, dass sie attraktiv und wirksam werden. Faschismus ist nicht einfach ein historischer Irrweg der Moderne. In ihm wird vielmehr eine Krisenstruktur sichtbar, die der Moderne selbst eingeschrieben ist. Mit Hilfe von philosophischen Ansätzen und Interventionen des 20. und 21. Jahrhunderts versucht das Seminar in den Blick zu nehmen, worin sich Geschichte und Gegenwart jenseits des Ausbuchstabierens identifizierbarer Kontinuitäten und Differenzen treffen. Es nimmt die Faschismusdiagnose zum Anlass, nach einer gesellschaftlichen Struktur und einer Weise der Subjektivierung zu fragen, in denen Weltverlust und der Wunsch nach Orientierung, soziale Desintegration und die Suche nach kollektiver Einheit unter den Bedingungen kapitalistischer Verwertungslogik ineinandergreifen.
Bestandteil des Seminars sind zwei Vorträge eingeladener Gäste. Termine bitte vormerken: Montag, 23.11.2026 sowie Donnerstag, 17.12.2026, jeweils von 19.00 – 21.00 Uhr. Weitere Informationen folgen.
Wenn Sie an diesem Seminar teilnehmen möchten, melden Sie sich bitte bis zum 08.10.2026 verbindlich per E-Mail an bei .
Voraussetzungen sind regelmäßige und aktive Teilnahme sowie vorbereitende Textlektüre.
Frühere Lehrveranstaltungen
Sommersemester 2026
S: Heidegger: Grundbegriffe der Metaphysik. Welt – Endlichkeit – Einsamkeit
S: Adorno: Ästhetik
Wintersemester 2025/2026
S: Gilles Deleuze: Francis Bacon – Logik der Sensation
S: Das Globale, das Planetarische und der moderne Weltbegriff
Sommersemester 2025
S: Abfall der Kunst – Materialität des Überrests
S: Gilles Deleuze: Über die Malerei (zus. mit Prof. Dr. Robert Fleck)
S: Apokalyptisches Denken
S: Lascaux: Die Geburt der Kunst