Marley Schlarb
Mittwoch 14.00 - 16.00 Uhr
Rh 405
S: PORNIFICATION – Sexuelles Begehren der Mainstreamkultur aus differenzsensibler, kunstpädagogischer Perspektive
max. 25 Teilnehmer*innen
„Did porn kill feminism?“ (Amia Srinivasan, 2021)
Mit dieser Frage leitet Srinivasan das Kapitel „Talking to My Students About Porn“ in ihrem Buch „The Right to Sex” ein und thematisiert damit eine grundsätzliche Debatte über Pornografie, Feminismus, Intersektionalität, Macht und Erotik sowie die „Pornification“ (sexualisierte Bild- und Kulturprägung) der westlichen Kultur (vgl Long, 2012). Diese Diskussionen um die vermeintliche Freiheit pornographischer Inhalte, sexuelle Auslebung, und den ästhetischen Umgang mit ihnen, die aufgrund ihrer vermeintlichen Schwierigkeit in schulischen Bildungskontexten kaum oder wenn, dann nur im biologischen Aufklärungsunterricht marginal behandelt werden, sind jedoch verstärkt in den letzten Jahren auch von ästhetischen Fächern wie dem Kunstunterricht aufgegriffen worden (vgl Thuswald/Sattler „teaching desires“, 2016). Da sowohl die Sexualität im Allgemeinen als auch die Pornographie im Besonderen als gesellschaftliche Felder betrachtet werden können, in denen Geschlechterverhältnisse, -normen, -identitäten und -ausdrucks-weisen und ihre (Audio-)Visualität intensiv verhandelt werden (vgl. Theny & Thuswald, 2023), bietet diese Thematik eine Grundlage für die Untersuchung von Fremd- und Selbstkonzepten in Bezug auf (geschlechtliche/sexuelle) Identität.
Der Kunstunterricht, der in seiner Form als Forschungsraum dienen kann, soll in diesem Seminar auf seine Anschlussfähigkeit mit dem Thema Pornographie, Sexualität und Wechselwirkungen zwischen Mainstreamkultur (Kurz-, Musikvideos, Songtexte, Fotografien, Selfies, Social Media etc.) und gesellschaftlichen Strukturen hin befragt werden. Durch künstlerische Arbeiten von z.B. queeren Künstler*innen und ihren Strategien, diese Debatte zu eröffnen, können dabei didaktische Formate entwickelt werden.
Das Seminar bietet Raum für die Verhandlung von Fragen zu sexueller Selbstbestimmung, Durchkreuzung und Queering von vorherrschenden patriarchal geprägten Bildwelten, (Ent-) Dramatisierung von Geschlecht und Sexual- oder Lustfreundlichkeit sowie Gewaltprävention.
Das Format des Seminars ist studierenden-geleitet: In den einzelnen Sitzungen zu den oben genannten Themen sind Unterrichts-versuche, die die Studierenden in Gruppen erarbeiten können, vorgesehen, die so Raum bieten, die eigene Lehre auf die genannten Thematiken hin zu befragen. Es besteht so die Möglichkeit, Fragestellungen und ggf. Lösungsansatze zu patriarchal geprägter Sexualität und Pornografie im Kunstunterricht zu entwickeln.
Anmeldung per E-Mail bis 21.04.2025 an: marley.schlarb@kunstakademie-duesseldorf.de
Leistungsnachweis:
Aktive Teilnahme (1LP)
Unterrichtsversuch (2 LP)
Unterrichtsversuch + Schriftliche Reflexion des Unterrichtsversuchs (3 LP)
Unterrichtsversuch + Schriftliche Hausarbeit zum Thema des Unterrichtsversuchs (4 LP)
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